Förderung von Kindern und Familien endlich beim Minister angekommen.
SPD-Fraktion fordert finanzielle Beteiligung des Landes ein.
Wortreich hat Landesminister Laschet neue Förderkonzepte, Hilfen und Frühwarnsysteme zum Schutz von Kindern gefordert und dass er die Betreuung von Kindern zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen will."Darüber sollten wir uns eigentlich sehr freuen" stellt der kinder- und jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Joachim Fischer fest, "wären damit tatsächlich finanzielle Verbesserungen für diese sensiblen Bereiche verbunden. Die Verantwortung dafür übernimmt er aber nicht, sondern gibt sie an Städte und Gemeinden weiter."
Ärgerlich sind die Ankündigungen in der SPD-Fraktion zur Kenntnis genommen worden, weil unter dem Strich nichts Substanzielles zu erwarten ist und in Dortmund längst vorhandene Angebote als neue familienfreundliche Landespolitik verkauft worden sind. In Wirklichkeit
- hat das Land die Mittel für die Erziehungsberatungsstellen in Dortmund um 8 % gekürzt. Dort fehlen 60.000 Euro;
- ignoriert das Land die Ergebnisse des drei Jahre erprobten und bereits am 31.08.2004 abgeschlossenen Modellversuchs "Soziale Frühwarnsysteme in NRW" und die Erfahrungen der beteiligten Städte. In Dortmund ist die flächendeckende Einführung längst beschlossen;
- bleibt das Land den "Familienzentren" Geld und zusätzliches Personal für ihre Arbeit schuldig;
- will die Landesregierung die Eltern mit erhöhten Kindergartengebühren be-lasten, weil sie den Kommunen fehlende Elternbeiträge nicht mehr ersetzt. Nicht alle können wie in Dortmund geschehen die immensen Summen (hier 3 Mio. Euro) auffangen;
- werden deshalb gerade Kinder die von "Vernachlässigung und Verwahrlosung" bedroht sind, die Kindertageseinrichtungen gar nicht mehr besuchen;
- fehlen für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Dortmund 220.000 Euro;
- bangen immer noch Sozialarbeiter(innen) an Schulen um eine Festanstellung.
Die Fraktionsmitglieder der SPD sehen angesichts dieser Entwicklung die soziale Infrastruktur mit den bereits bewährten Hilfs- Beratungs- und Betreuungsangeboten in Gefahr.
"In Dortmund sind bislang keine Mehrbelastungen für die Eltern oder Beratungssuchende entstanden, weil wir die finanziellen Lücken des Landes geschlossen haben. Ich hoffe, Gespräche und gemeinsamer Erfahrungsaustausch führen zur Einsicht, dass soziale Ungerechtigkeiten vermieden werden müssen, um im Gesamtsystem der Hilfe-leistungen nicht zu versagen" sieht Kinder- und Jugendausschussvorsitzender Friedhelm Sohn in der angekündigten Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Kom-munen eine leise Hoffnung.
Bis dahin gibt es für alle Beteiligten noch viel zu tun, damit die familienfreundliche Politik und das Dortmunder Jugendhilfeangebot in den Familienbüros, Kindertageseinrichtungen, Jugendfreizeitstätten, Beratungsstellen, in den Schulen, bei Vereinen und Verbänden weiterhin aufrecht erhalten werden kann.

